Belegdatenbank
Die Belegdatenbank ist die digitale Version des analogen WBÖ-Handzettelkatalogs. Sie umfasst die Volltextdigitalisate der papierhaften Handzettel ab dem Buchstaben D und deckt mit rund 2,4 Millionen Einträgen ca. 85 % des gesamten Bestands ab.
Die Belegdatenbank ist online frei zugänglich und bietet vielfältige Recherchemöglichkeiten. Nutzerinnen und Nutzer können nach einzelnen Dialektwörtern (Lemmata), nach Bedeutungen, nach Herkunftsorten oder nach Sammler:innen suchen. Die Daten können ebenso gefiltert und sortiert werden. Dadurch eignet sich die Belegdatenbank nicht nur für die lexikographische Arbeit, sondern auch für dialektologische, sprachgeographische und volkskundliche Forschungsfragen. Die direkte Verknüpfung der Wörterbuchartikel mit der Belegdatenbank ermöglicht einen unmittelbaren Zugriff auf das zugrunde liegende Originalmaterial und erlaubt tiefere Einblicke in die sprachliche Vielfalt der historischen bairischen Mundarten.
Die Ursprünge der Belegdatenbank reichen bis in die 1990er Jahre zurück. Zur Beschleunigung der lexikographischen Arbeitsprozesse (insbesondere Suchen und Sortieren von Belegen und ihren Bedeutungen) wurde am damaligen Institut für Dialekt- und Namenlexika (DINAMLEX) ab 1993 damit begonnen, den Handzettelkatalog ab Buchstabe D auf der Grundlage des Programmpakets TUSTEP (TUebinger System von TExtverarbeitungs-Programmen) in eine elektronische Version zu überführen. Diese Arbeiten der Datatypisierung dauerten fast zwei Jahrzehnte und wurden 2011 abgeschlossen.
Mit der Wiederaufnahme und vollständigen konzeptionellen Neuaufstellung des WBÖ im Jahr 2016 wurde auch die Datengrundlage neu organisiert und überarbeitet. So wurde mit der Überführung des digitalen Handzettelkatalogs von TUSTEP in das plattformunabhängige XML/TEI-Format begonnen. Das erste Resultat enthielt noch eine große Anzahl von Fehlern, die vor allem auf vorausgegangene, nicht mit den internen Codierungsregeln kompatible fehlerhafte Eingaben der Belegzettel in TUSTEP zurückzuführen waren. Diese Fehler wurden in einem aufwändigen und langwierigen Prozess behoben, sodass seit Herbst 2018 eine weitgehend mit den Original-Handzetteln übereinstimmende Version der WBÖ-Datenbank im XML/TEI-Format existiert. Diese wird vom WBÖ-Team für die lexikographische Arbeit genutzt, steht aber auch über die LIÖ-Plattform externen Anwender:innen für verschiedene Suchabfragen und Forschungszwecke zur Verfügung.
Seit 2024 wird im Zuge der Handzetteldigitalisierung daran gearbeitet, die bislang nicht in der Belegdatenbank vorhandenen Teile des WBÖ-Handzettelkatalogs (Buchstabenstrecken A–C) mittels eines KI-gestützten Digitalisierungs-Workflows, in die Datenbank zu integrieren.