Handzettelkatalog
Mit seinen rund 3 Millionen Belegzetteln stellt der WBÖ-Handzettelkatalog die umfangreichste physische Sammlung zur Lexik des Bairischen in Österreich dar. Diese Belegsammlung wurde im 20. Jahrhundert aufgebaut und liegt in Form von kleinformatigen Papierzetteln vor.
Um den Bestand langfristig zu sichern, wird das Material seit 2017 auch im Bildformat digitalisiert. Bisher sind rund 60 % des gesamten Handzettelkatalogs gescannt, was insgesamt ca. 1,8 Millionen Belegzetteln entspricht (Stand Frühling 2026). Das Scannen der Handzettel verlangt eine sorgfältige und teils aufwendige händische Vorbereitung, da das Material in unterschiedlichen Formaten, Papiersorten und Qualitäten vorliegt.
Mit der Digitalisierung der Handzettel wird auch dem wissenschaftlichen Kriterium der Nachvollziehbarkeit Rechnung getragen. Zu diesem Zweck werden die Datensätze der WBÖ-Belegdatenbank mit den entsprechenden Handzetteln verknüpft. Die digitalisierten Originalbelege sind mittels Viewer einsehbar, und sodass sich etwaige Inkongruenzen zwischen der Belegdatenbank und den zugrundeliegenden Zetteln feststellen lassen. Dieser Service soll mittelfristig für die Öffentlichkeit auch in einer Open-Source-Version zur Verfügung stehen.
Nicht zuletzt stellen die Scans der Handzettel auch die Grundlage für die Volltextdigitalisierung des gesamten Handzettelkatalogs dar. Seit 2024 werden KI-gestützte Verfahren erprobt, um den noch nicht in der Belegdatenbank vorhandenen Teil des Handzettelkatalogs (Buchstabenstrecken A–C) mithilfe von maschinellem Lernen zu erschließen. Die Digitalisierung soll auch eine automatisierte Verknüpfung der gescannten Handzettel mit den bereits bestehenden Datensätzen der Belegdatenbank ermöglichen.